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10.01.2011

Gelernt ist gelernt

Aufschwung – Auch wenn die Konjunktur wieder brummt: Die Krise ist für deutsche unternehmen nicht abgehakt. Anders als bei vorherigen Einbrüchen hat sie in allen Branchen zu Veränderungen geführt, die von Dauer sein werden.

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Lob dem Lieferanten
Die Mehrzahl der deutschen Betriebe gibt wieder Gas. Doch die Richtung hat sich verändert. Neue Produkte, Kundengruppen und Märkte werden anvisiert, weil sie Standhaftigkeit in turbulenten Zeiten versprechen. So gründete die Fräger-Gruppe, Antriebsspezialisten aus Nordhessen, mitten in der Krise eine Firma für Elektroautos und erstaunte binnen Monaten die renommierte Konkurrenz. Mit diesem Auto habe Fräger schon jetzt gewonnen, sagt Geschäftsführer Andreas Graewingholt: „Wir zeigen unseren Kunden, wie kompetent wir sind, und profilieren uns als attraktiver Arbeitgeber“.

„Während es 2009 vor allem ums Überleben ging, stehen jetzt wieder Wachstumsstrategien im Vordergrund“, sagt Oliver Knapp, Partner bei der Strategieberatung Roland Berger. Fast 80 Prozent der von den Berger-Beratern befragten Unternehmen wollen ihr organisches Wachstum forcieren. Zugleich gewähren sie Einkauf, Produktion und Produktportfolio keine Post-Krisen-Erholungspause.

Auch wenn sie 2011 vor allem aus eigener Kraft wachsen wollen: Fast die Hälfte der Manager plant Übernahmen, Joint Ventures oder strategische Allianzen - aber anders als bisher. Die Firmen sind vorsichtiger geworden. In Zukunft muss es nicht mehr die teure Übernahme mit großem Integrationsaufwand sein. Themenorientierte Zusammenarbeit, wie sie etwa Automobilhersteller bei Plattformen, Motoren oder bei der Batterieentwicklung betreiben, tut es auch.

„Aber kaum ein Bereich hat sich durch die Krise so nachhaltig verändert wie das Einkaufs- und Beschaffungsmanagement“, sagt Gerd Kerkhoff, Chef der Einkaufsberatung Kerkhoff Consulting aus Düsseldorf. „Alle haben gemerkt. wie schnell so eine Krise kommt, wie tief sie gebt, dass fast jeder davon betroffen ist und dass sich so etwas jederzeit wiederholen kann.“ Probleme bei Zulieferern oder zu enge Just-in-time-Produktionskonzepte brachten viele Betriebe in Schwierigkeiten. „Statt mit wenigen Zulieferern über große Mengen Preisvorteile und Kostensenkungen bei der Logistik zu erreichen, stellen sie sich heute wesentlich breiter auf“, sagt Kerkhoff.

Das hat auf das Lieferkettenmanagement ganz unterschiedliche Auswirkungen: Mehrere Lieferanten, Vorräte als Puffer, Produktionssicherheit schlägt den Preis als Kriterium. Lieferantenoptimierung statt Konditionsoptimierung. „Bei einigen Autokonzernen gilt eine Beteiligung an ihren Zulieferern Inzwischen als strategische Option“, sagt Kerkhoff. Eine Variante: Hersteller übernehmen einen Teil der Finanzierung etwa der Rohstoffkosten ihrer Lieferanten.

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