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07.02.2012

Einkäufer-Gehaltsstudie Österreich: Bezahlung nicht leistungsgerecht

Einkäuferin der Energiebranche verdienen am meisten

 
 

Einkäufer in der Energiebranche in Österreich verdienen im Durchschnitt 106.000€ im Jahr - und lassen damit andere Branchen weit hinter sich. In der Holz- und Papierindustrie verdienen Einkäufer im Durchschnitt 77.000€. Auto- und Pharmabranche sowie Maschinenbauer vergüten ihre Einkäufer im Durchschnitt mit 65.000€. Schlusslicht ist der Dienstleistungssektor: Einkäufer erhalten ein durchschnittliches Jahresgehalt von 47.000€. Das hat die erste österreichische Einkäufergehaltsstudie von Penning Consulting, Kerkhoff Consulting und Forum Einkauf des Österreichischen Produktivitäts- und Wirtschaftlichkeits-Zentrums (ÖPWZ) ergeben. Befragt worden sind 175 österreichische Unternehmen aller Industrien und Größen im Jahr 2011. 
Aber auch die Größe des Unternehmens und die Höhe des Einkaufsvolumens beeinflussen maßgeblich die Vergütung von Einkäufern. Die Studie belegt: Einkaufsleiter großer Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als 100 Mio.€ werden signifikant höher vergütet. Sie erhalten rund 40% mehr Gehalt als ihre Kollegen in Unternehmen mit weniger als 100 Mio.€ Umsatz. Das durchschnittliche jährliche Gehalt von Einkaufsleitern aller Branchen in Österreich betrug im vergangenen Jahr 82.000€. 
Nur ein Drittel der Einkäufer in Osterreich erhalten neben ihrem Grundgehalt eine variable Vergütung. Auch bei den Führungskräften hat gerade jeder Zweite eine Bonusvereinbarung. Bei Einkaufsleitern kleiner Unternehmen sind es sogar nur 41%. Ihr durchschnittlicher Bonus liegt bei rund 4.000€. Einkaufsleiter von großen Unternehmen mit mehr als 100 Mio.€ Jahresumsatz erhalten im Durchschnitt das Vierfache als variablen Gehaltsbestandteil. Überraschend ist hier sowohl die niedrige Quote der Einkaufschefs, die überhaupt ein variables Gehalt bekommen, als auch die geringe Höhe der Boni. 
Auch die Bemessungsgrundlage der Boni spornt nicht zu Höchstleistungen an. Nur ein Viertel des Bonus lässt sich durch Individualziele erreichen. 36% des Bonus werden fällig beim Erreichen der Unternehmensziele, 27% beim Erreichen der Bereichsziele und 12% beim Erreichen der Teamziele. Aktuell gibt es jedoch kaum differenzierte Vergütungssysteme auf Basis spezifischer Steuerungs- und Messgrößen. Das liegt aber auch daran, dass österreichische Unternehmen heute noch immer nicht über ausreichende kennzahlengestützte Systeme für die Erfolgsmessung von Einkaufsabteilungen verfügen. 
Einkäufer verdienen somit, auch unter Berücksichtigung des Gesamtpaketes mit Boni und Zusatzleistungen, im Vergleich häufig immer noch signifikant schlechter als Mitarbeiter in anderen betriebswirtschaftlichen Disziplinen. Dies ist dadurch zu erklären, dass der Einkauf viele Jahre nicht als ernsthafte Management-Disziplin betrachtet wurde. 
Dies wird sich in den kommenden Jahren ändern: Immer mehr Unternehmen erkennen den Einfluss des Einkaufs auf das Unternehmensergebnis - so werden auch die Gehälter für die Mitarbeiter in diesem Bereich steigen. High Potentials können bei der heutigen Vergütung nur schwer für eine Karriere im Einkauf begeistert werden. Dies zeigt sich auch bei der Besetzung von Stellen im Einkauf: Diese dauert im Durchschnitt 8 Monate und länger. 83% der befragten Unternehmen haben zudem angegeben, keinen Nachfolger für strategische Schlüsselpositionen im Einkauf zu haben. 
Für Unternehmen kommt es darauf an, die Weichen in den Anreizsystemen richtig zu stellen und junges Spitzenpersonal im Einkauf an Bord zu holen, das über die Jahre zu Verantwortungsträgern aufgebaut werden kann.


Stephan Penning, Penning Consulting und Gundula Jäger, Kerkhoff Consulting 

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