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10/01/2004

Neue Berater-Generation – Beschaffung auf den Weltmärkten

Die Globalisierung der Wirtschaft zwingt immer mehr Unternehmen zu einer Internationalisierung ihrer Beschaffungsaktivitäten

 
 
 

Während Großkonzerne dieses „Global Sourcing“ schon frühzeitig forciert haben, hinkt der Mittelstand oft hinterher. Unwägbarkeiten hinsichtlich der erforderlichen Logistik und kultureller sowie sprachlicher Barrieren gilt es zu überwinden.

Um den Schritt zu einer weltweiten Beschaffung sicher zu gehen, können Erfahrungen und Kompetenzen von Unternehmensberatern genutzt werden. Doch wem nützen Berater, die lediglich hübsch gestaltete Strategie-Folien entwerfen, den Prozess aber nicht begleiten? Qualitätsprobleme und Lieferschwierigkeiten können die Folge sein. Oder die Beschaffung wird über zweifelhafte Import/Export-Trader abgewickelt, die sich oftmals durch eine Bezahlung seitens Kunde und Lieferant in einem finanziellen Interessenkonflikt befinden.

China, Indien oder beispielsweise die Türkei und die Staaten Osteuropas sind prädestiniert für das Global Sourcing verschiedener Materialgruppen und es lassen sich Einsparpotenziale um rund 30-40 % realisieren – und das bereits nach Abzug von Logistik- und anfänglicher Sicherheitskosten. Aber nur, wenn man den Markt und die Rahmenbedingungen sehr genau kennt.

Bewährt hat sich eine Vorgehensweise, die zunächst am Heimatstandort gemeinsam mit Einkäufern und Ingenieuren die Materialien und Bedarfsmengen untersucht, die sich für eine globale Beschaffung anbieten. Erst nach dieser Bewertung sollte der direkte Kontakt zu potenziellen Lieferanten in den Beschaffungszentren der Wachstumsregionen aufgenommen werden.

Hier ist Erfahrung und kulturelles Einfühlungsvermögen gefragt. Kein chinesischer Lieferant würde offen zugeben, dass er ein Produkt nicht liefern oder mit der Deutschen Industrie Norm (DIN) nichts anfangen kann. Eine Besichtigung der Produktionsstätten und eine Begutachtung der dort gefertigten Muster sind unumgänglich. Da macht es sich bezahlt, wenn die Beratung eigene Mitarbeiter vor Ort hat, die eine Vorauswahl treffen können oder bereits über Daten geprüfter Lieferanten und Materialien verfügt. Dabei sind europäische Referenzen im Exportgeschäft, Produktqualität, Lagermöglichkeiten, Termintreue und die Qualifikationen des Personals häufig entscheidendere Faktoren als der reine Verkaufspreis.

Das Produktmuster ist perfekt, die Verträge unterschrieben, im Controlling verzeichnet man freudig die erwarteten Einsparungen. Und dann kommt doch alles anders: Da wurden Einfuhrzölle nicht beachtet, Stromausfälle im Herstellerland oder schwankende Vormaterialvorkommen nicht berücksichtigt, Lieferzeiten viel zu knapp kalkuliert, die Ware wurde vom Logistikunternehmen nicht sorgfältig verpackt und kommt viel zu spät und beschädigt in Deutschland an. Beratung im Bereich Global Sourcing heißt auch, sämtliche Faktoren zu berücksichtigen, damit sich die erwarteten Einsparungen nicht schnell zur Kostenfalle entwickeln. Global Sourcing kann nur funktionieren, wenn externe Berater den gesamten Beschaffungsprozess gemeinsam mit dem Auftraggeber durchlaufen, sämtliche Details gemeinsam diskutieren und bei der Implementierung des neuen Beschaffungsweges so lange dabei sind, bis alles wirklich „rund“ läuft. Der Berater wird – wenn auch nur temporär– Mitglied des Beschaffungsteams beim Kunden. Er bringt seine spezifische Expertise ein und packt aktiv mit an. Er gehört zu einer Berater-Generation die weiß, dass das Powerpoint-Chart erst der Anfang ist.

Wie finde ich den richtigen Berater für einen weltweiten Einkauf?

  • Der Berater sollte detaillierte Kenntnisse über die weltweiten Beschaffungsmärkte nachweisen können.
  • Er sollte über Repräsentanten, Tochterunternehmen und/oder Mitarbeiter in den Beschaffungsmärkten verfügen.
  • Er sollte sowohl eigene Referenzen als auch Referenzen der von ihm ausgewählten Lieferanten nachweisen können.
  • Die Zusammenarbeit sollte gerade für die erste Zeit zwingend ein Logistikkonzept mit „Netz und doppeltem Boden“ bereithalten.
  • Die Qualitätssicherung muss Bestandteil jeder Global-Sourcing-Beratung sein
  • Die Honorierung für Leistungen erfolgt ausschließlich durch das beauftragende Kundenunternehmen.
  • Der Berater stellt nach einer Vorauswahl den direkten Kontakt zum Lieferanten her.