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10/08/2004

Einkauf als Geldquelle

Hoffen auf Einkaufsberater

 
 
 

PFORZHEIM. Ein Einkaufsberater soll der Stadt Pforzheim Geld sparen und somit finanziell Luft gewinnen helfen. Diesen Vorschlag unterbreitet die FDP und verweist auf das Beispiel der Stadt Mannheim. Dort hatte eine mit dem Einkauf beauftragte Unternehmensberatung bei Nationaltheater und Stadtparkgesellschaft Einsparungen in Millionenhöhe erzielt, wie der Mannheimer Erste Bürgermeister Norbert Egger (SPD) der PZ bestätigte.
Die FDP setzt darauf, dass in Pforzheim dadurch harte Einschnitte und Kürzungen vermieden werden können.
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Hoffen auf Einkaufsberater

Vorbild Mannheim: Im Beschaffungswesen sind Einsparungen in Millionenhöhe drin, glaubt die FDP PFORZHEIM.

Die Stadtkasse ist leer. Stadträte befürchten Stellenabbau, geschlossene Bäder und Einrichtungen oder gar eine Notverwaltung der Stadt. Ein Einkaufsberater könnte für Entlastung in Millionenhöhe sorgen.

Von PZ-Redakteur
Marek Klimanski


Auch Hans-Ulrich Rülke kann bisweilen nicht umhin, einen Sozialdemokraten als Fürsprecher zu benennen – in diesem Fall den in wenigen Tagen aus dem Amt scheidenden Ersten Bürgermeister der Stadt Mannheim, Norbert Egger. Der ist zuständig für eine Zusammenarbeit zwischen der Stadtverwaltung Mannheim und der Kerkhoff Consulting, einer Unternehmensberatung, die sich auf das Einkaufswesen spezialisiert hat.

„Sehr gut gelaufen“

In Mannheim haben die Einkaufsprofis von Kerkhoff erstmals nicht einen Betrieb der Privatwirtschaft, sondern eine Verwaltung als Kunden gehabt. Genauer: das Nationaltheater und die Stadtparkgesellschaft. „Das ist sehr gut gelaufen“, sagt Egger, im Rathaus sei man überrascht gewesen. Egger bestätigt im Wesentlichen Rülkes Aussagen, wonach die Einkaufsberater bei beiden städtischen Einrichtungen in Mannheim der Stadt rund zwölf Prozent und insgesamt also im Millionenbereich Geld gespart hätten. Nun hat FDP-Mann Rülke seiner Parteifreundin, der Oberbürgermeisterin Christel Augenstein, einen Brief geschrieben und ihr vorgeschlagen, dem Mannheimer Beispiel zu folgen. „Der Bereich der Beschaffung von Waren und Dienstleistungen ist innerhalb des Konzerns Stadt Pforzheim ein Faktor von nicht zu unterschätzendem Gewicht“, formuliert Rülke. Einsparpotenzial finden sich dabei so gut wie nicht zu Lasten mittelständischer Händler und Zulieferer, sondern vor allem, indem die Ausschreibungen verbessert würden. Gerd Kerkhoff selbst sieht in einem Fachbuch wesentliche Einsparmöglichkeiten auch in Verhandlungen mit dem Verkäufer. Rülke jedenfalls kommt zu dem Ergebnis, dass es möglich sei, das Honorar für einen Einkaufsberater wie die Kerkhoff Consulting erfolgsabhängig zu gestalten. Dann würde der Berater beispielsweise 100.000 Euro für jede dank seiner Hilfe beim Einkauf eingesparte Million in die eigene Tasche stecken. Das heißt, dass die Beauftragung eines solchen Beraters für die Stadt Pforzheim definitiv nicht mit Kosten verbunden wäre. „Für die Erteilung eines solchen Auftrags halten wir einen formellen Gemeinderatsbeschluss nicht für erforderlich“, schreibt Rülke an Augenstein. Deshalb auch habe er den Vorschlag per Brief und nicht als Gemeinderatsantrag unterbreitet. Nach PZ-Informationen ist die Stadtkämmerei dabei, den Vorschlag eingehend zu prüfen. Die Mannheimer, die in einer ähnlich schwierigen finanziellen Lage stecken wie Pforzheim, verzichten darauf, ihrem Stadtpark das Geld wie ursprünglich geplant um fünf Prozent zu kürzen. Und sie planen Investitionen in ihr Theater. Beides geschehe mit dem Geld, das die Berater eingespart haben, sagt Bürgermeister Norbert Egger.