11/01/2004

Beschaffung/Materialwirtschaft

Im Einkauf liegt der halbe Gewinn - immer noch?

 
 

Die Botschaft vom Einkauf als Ertragsgenerator ist noch nicht in die Chefetagen vorgedrungen. Priorität haben dagegen nach wie vor Marketing oder Personalreduzierung. Modernes Beschaffungsmanagement heißt aber nicht Preisdrückerei, sondern unmittelbare und nachhaltige Ertragssteigerung.

Eine fundierte Beschaffungsoptimierung vorausgesetzt, könnten im Durchschnittunternehmen 10% der Einkaufskosten eingespart und damit der Rendite zusätzliche Schubkraft verliehen werden: In einem typischen mittelständischen Unternehmen mit einem Beschaffungsvolumen von 50 Millionen Euro sind das immerhin 5 Millionen Euro.

Am konkretesten sei an die Erfahrung mit dem Chefeinkäufer Lopez erinnert, der den Zulieferern der Automobilindustrie den Angstschweiß auf die Stirn trieb, andererseits aber durch die Einführung von kontinuierlichen Verbesserungs-Workshops die Zulieferer dazu brachte, beachtliche Einsparungs- und Produktivitätssteigerungspotenziale zu erschließen.

Reduzierte Einkaufskosten tragen so unmittelbar zu einem verbesserten Ergebnis bei, optimieren das Potenzial, Wachstum aus eigener Kraft zu finanzieren, andererseits aber auch die Refinanzierungskonditionen.

Gleichzeitig erfahren Mitarbeiter des Einkaufs einen wichtigen Motivationsschub. So bekommen sie endlich die Chance, ihr Know-how in strategische Unternehmensentscheidungen einzubringen und damit im Unternehmen einen höheren Stellenwert zu erreichen.

Das in der Quelle genannte Buch verzichtet auf komplizierte Formeln oder wissenschaftliche Erläuterungen, sondern bietet statt dessen einen leicht verständlichen und nutzwertorientierten Leitfaden zum Thema.

 

Siehe im einzelnen das Inhaltsverzeichnis.
Quelle: Kerkhoff, Gerd: Milliardengrab Einkauf, Wiley-VCH, 2004 232 Seiten